Entsendung von Arbeitskräften nach China

Was Sie wissen sollten, bevor Sie Ihr Team nach China schicken

Entsendung von Arbeitskräften nach China

Inhalt und Foto: Aussenwirtschaft Austria

Andere Länder, andere Sitten: Die Rechts- und Steuersysteme unserer Handelspartner weichen oft sehr stark von dem ab, was uns aus Österreich bekannt ist. Bei Export, Import, Arbeitskräfteentsendung und Firmengründung müssen lokale Gesetze aber jedenfalls beachtet werden. Damit Sie nicht in teure Verfahren verwickelt werden, gilt: Besser vorher abklären, was die Spielregeln sind.

Die Einreise für kurzfristige Arbeitsaufenthalte in einer unternehmenseigenen Niederlassung oder Repräsentanz in China sowie für Montagearbeiten kann bei einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen nicht mehr wie bisher mit einem Geschäftsvisum erfolgen. Auch bei anderweitigen kurzfristigen Arbeitsaufenthalten (z.B. Arbeit für eine chinesische Partnerfirma) bis zu 90 Tagen, sowie generell bei Arbeitsaufenthalten über 90 Tagen ist ein Arbeitsvisum notwendig. Die Entscheidung über die benötigte Visumsart trifft die jeweils zuständige chinesische Botschaft.

Auf Basis des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen China und Österreich sind zur Montage entsandte Mitarbeiter erst ab einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen pro Jahr in China einkommenssteuerpflichtig (nur mit dem Teil ihres Einkommens, der für die Tätigkeit in China gezahlt wird), sofern die Gehaltszahlung von einem Arbeitgeber außerhalb Chinas erfolgt. Ausländer, bei denen das Einkommen von einem chinesischen Arbeitgeber oder einer Betriebsstätte eines ausländischen Arbeitgebers in China getragen wird, sind ab dem ersten Tag steuerpflichtig.

Nach §3 Abs. 2 des österreichischen ASVG gelten österreichische Arbeitnehmer auch bei Entsendung weiterhin als österreichische Arbeitnehmer, sofern die Entsendung nicht länger als fünf Jahre dauert, und können daher weiterhin von der österreichischen Sozialversicherung erfasst werden. Längere Entsendungszeiten müssen beantragt werden. Da kein Sozialversicherungsabkommen zwischen China und Österreich besteht, unterliegen entsandte Arbeitnehmer praktisch gleichzeitig auch der chinesischen Sozialversicherung. Diese wurde im Oktober 2011 erstmals mit den „Measures for Social Insurance Participation by Foreigners Employed in China“ auf ausländische Arbeitnehmer ausgeweitet. Es werden Beiträge für die Rentenversicherung, Krankenversicherung, Mutterschutz, betriebsbedingte Krankheit und Arbeitslosigkeit erhoben.

Unsere AußenwirtschaftsCenter in China helfen Ihnen in Rechts- und Steuerfragen weiter. Wir haben ein breites Fachwissen und Erfahrung bei lokalen Rechts- und Steuerfragen, das wir Ihnen für eine juristische und steuerliche Erstberatung gerne zur Verfügung stellen. Sollte Ihre Anfrage einer rechtsanwaltlichen Expertise bedürfen, haben wir ein großes Netzwerk an deutsch- und landessprachigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Melden Sie sich bei uns!