Rechtliche Fragen beim Export

Ausfuhrbestimmungen einhalten

Verkaufen im Ausland ist viel einfacher, wenn Sie sich mit den gesetzlichen Vorschriften für den Export und mit Verwaltungsfragen rund um den internationalen Handel auskennen. Unternehmen, die mit den Rechtskosten, den wichtigsten Anforderungen für die Dokumentation und den Zollvorschriften in bestimmten Märkten vertraut sind, können fundierte Entscheidungen treffen.

Rechtliche Fragen beim Export

Wenn Sie neu im Exportgeschäft sind, sollten Sie mit einer moderaten Ausfuhrstrategie starten und damit erst einmal Erfahrungen sammeln. Zunächst ist es wichtig, drei Hauptpunkte zu klären, damit Ihre Expansion in neue Märkte ein Erfolg wird.

1. Müssen Sie Zollgebühren entrichten und Zollverfahren durchlaufen?

Oft sind Zollgebühren in dem Land zu entrichten, in das Ihre Produkte exportiert werden. Die Höhe der Zollgebühren richtet sich nach der Klassifizierung des vereinheitlichten Tarifsystems oder dem Warencode, unter den Ihre Produkte fallen.

Ein vereinheitlichtes Tarifsystem ist ein international standardisiertes System von Namen und Ziffern zur Klassifizierung gehandelter Produkte, das in mehr als 200 Ländern gilt.

Warencodes werden beim Ausfüllen von Zollformularen verwendet und erleichtern die Verzollung. Für Exporte außerhalb der EU oder Warenbewegungen innerhalb der EU gelten achtstellige Codes. Bei Importen außerhalb der EU werden zehnstellige Codes verwendet.

Wenn zwischen dem Land, in das Sie exportieren, und dem, aus dem Sie verkaufen, ein Handelsabkommen besteht oder beide Länder zu einer gemeinsamen Zollunion gehören, erfordert der Export oder Import oft weniger Formalitäten und ist einfacher durchzuführen.

Wenn Sie beispielsweise von Deutschland nach Großbritannien exportieren oder umgekehrt, müssen Ihre Waren üblicherweise nicht verzollt werden. Das kann sich jedoch ändern, wenn Großbritannien nicht mehr zur Europäischen Union gehört.

2. Müssen Sie sich in dem Land, in das Sie exportieren, für Umsatzsteuer registrieren?

Die Registrierung für Umsatzsteuer (USt.) bedeutet mehr Verwaltungs- und Buchhaltungsaufwand. Deshalb wählen Unternehmen, die im kleineren Maßstab exportieren, oft eine andere Vorgehensweise. Wenn Sie in kleinem Maßstab exportieren, sollten Sie erwägen, mit einem Vertriebshändler oder einem Experten für Umsatzsteuer zusammenzuarbeiten.

3. Gelten für das Land, aus dem Sie exportieren, spezielle Anforderungen?

Für einige Waren ist möglicherweise eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich, wenn die Produkte außen- oder sicherheitspolitisch relevant sind. Dabei kann es sich z. B. um Handelswaren handeln, die sich zum militärischen Einsatz oder zur Verschlüsselung eignen.

Für eine Ausfuhrgenehmigung ist es erforderlich, eine Vorabgenehmigung der zuständigen Behörde des exportierenden Landes einzuholen. Damit wird die Erlaubnis erteilt, Güter in ein bestimmtes Zielland zu versenden. In einigen Ländern kann auch eine Ausfuhrabgabe anfallen. Dies ist jedoch die Ausnahme.

Die für den Handel zuständigen Behörden können Ihnen umfassende Informationen zu Zollgebühren, Steuern und Ausfuhrgenehmigungen sowie anderen einzuhaltenden Anforderungen zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen finden Sie unter BAFA.DE.

Zahlungsbezogene Fragen

Beim Export stellen sich auch Fragen bezüglich der Verfahren und Bearbeitungszeiten für die Zahlung. Das sollten Sie bei Ihrer Cashflowplanung berücksichtigen.

Folgende Fragen sind zu bedenken:

  • Werden Ihre Exporte vor oder nach dem Versenden bezahlt?
  • Gewähren Sie Kreditrahmen für Käufer?
  • Kann Ihr Unternehmen seine Exporte aus seinem Arbeitskapital finanzieren?
  • Muss Ihr Unternehmen die Exporte mit externer Hilfe zu finanzieren?

Das Verpacken, der Transport und die Freigabe der exportierten Waren im Zielland nehmen ebenfalls Zeit in Anspruch. Diese Vorgänge bergen oft ein hohes Risiko für potenzielle Schäden oder Verluste. Das kann sich auf den Zahlungszeitpunkt auswirken und sogar dazu führen, dass Sie keine Zahlung erhalten.

Bei diesen Problemen können Spezialunternehmen Abhilfe schaffen, die Sendungen versichern oder Kredite organisieren, die den Handelsfluss fördern.

Incoterms (International Commercial Terms, internationale Handelsklauseln) klären und vereinheitlichen die Bedingungen in Verträgen zwischen Importeuren und Exporteuren. Kenntnisse zu Incoterms sind essenziell zum Verständnis der zusätzlichen Kosten und Versandzeiten beim grenzüberschreitenden Handel. Diese Kosten werden üblicherweise dem Kunden auferlegt.

Weitere Informationen zu Incoterms finden Sie in unserem Leitfaden zum internationalen Versand.

Machen Sie sich mit den wichtigsten rechtlichen und administrativen Aspekten Ihres Exportmarkts vertraut, bevor Sie mit der Ausfuhr beginnen. So haben Sie von Anfang an eine schlüssige Exportstrategie.