Verfügbare Zahlungsmöglichkeiten ermitteln

Leitfaden zu alternativen Zahlungsmethoden für Kunden

1 Überblick

Die Herausforderung

Kunden setzen beim Einkauf vermehrt auf alternative Zahlungsmethoden wie die Onlinebanküberweisung, Mobile Wallets oder bargeldbasierte Zahlungsarten. In vielen Ländern tragen alternative Zahlungsmethoden zu einem größeren Anteil des Wachstums bei als Kreditkartentransaktionen. Kunden bezahlen damit schnell, einfach und sicher. Besonders für Kunden ohne Bankkonto sind diese Methoden attraktiv.

Das Ziel

Kunden die richtigen Zahlungsmethoden bieten: eine Mischung aus klassischen und alternativen Zahlungsarten

Kunden bezahlen heute anders als früher

Ihre Kunden haben jetzt mehr Zahlungsmöglichkeiten als je zuvor. Millionen von Menschen nehmen Transaktionen hauptsächlich auf elektronischem Wege vor, viele davon per Mobilgerät. Die Kunden von heute sind offener für Innovationen, stellen aber auch immer höhere Ansprüche an die Händler.

Passen Sie Ihre Website für eine weltweite Zielgruppe an und bieten Sie Kunden die besten Zahlungsoptionen.

2 Eine Revolution im Zahlungsverkehr

Folgende Haupttrends beeinflussen die Art und Weise, wie Kunden weltweit Zahlungen ausführen:

Smartphones und Internet auf Mobilgeräten

Für Onlinezahlungen bedeutet das eine echte Revolution. Prognosen zufolge werden bis zum Jahr 2020 drei Milliarden Menschen über Mobilgeräte Internetdienste aufrufen.[^1] Das entspricht 65 % der erwachsenen Weltbevölkerung.

Es wird davon ausgegangen, dass 80 % aller Internetnutzer bis zum Jahr 2020 über Mobilgeräte online gehen[^2], 58 % davon mit Smartphones.[^3] Die Funktionen dieser Geräte haben ganz neue Zahlungsmöglichkeiten eröffnet und zur Revolutionierung von Onlinezahlungen beigetragen.

Smartphones bieten beispielsweise:

  • leistungsstarke Prozessoren
  • große Speicher
  • Kameras
  • Barcodescanner
  • Geocoding per GPS
  • drahtlosen Datenverkehr
  • soziale Netzwerke
  • Preissuchmaschinen und Angebotsplattformen

Weitere Neuerungen gibt es bei Zahlungssystemen und Sicherheitstechnologien wie zum Beispiel zur Betrugserkennung und biometrischen Authentifizierung.

Der Einstieg von Nichtbanken als Anbieter von Zahlungsdienstleistungen und ‑methoden

Die Zahl der Start-up-Unternehmen im Bereich Finanztechnik (Fintech) steigt rasch und stetig. Diese Alternative zum traditionellen Bankgeschäft bietet Kunden umfangreiche Möglichkeiten zur elektronischen Zahlung. Beispiele hierfür sind E-Wallets, integrierte Kassensysteme und In-App-Bezahlung.

Kunden erwarten Optionen zur sofortigen und mühelosen Zahlung

Die Bedürfnisse der Kunden entwickeln sich rasant. Sie erwarten von Unternehmen möglichst einfache Zahlungsarten. Bei Smartphones und Tablets rechnen Kunden mit einer intuitiven Benutzeroberfläche, die einen reibungslosen, effizienten Zahlungsvorgang ermöglicht.

Wichtige Zahlungsmethoden

Banküberweisung

Bei der klassischen Banküberweisung überweisen Kunden Geld auf das Bankkonto des Händlers und schließen somit einen Kauf ab. Dazu sendet eine Zweigstelle der Bank Geldmittel an das Konto des Händlers in der Höhe der Auftragssumme, bevor der Auftrag ausgeführt wird.

Da Onlinebanking immer häufiger genutzt wird, gibt es jetzt verschiedene Optionen für die Onlinebanküberweisung. So kann der Kunde die Überweisung beim Zahlungsvorgang auf der Website des Händlers starten und der Zahlungsabgleich wird für den Händler automatisiert. Das beschleunigt die Auftragserfüllung.

Ein Beispiel hierfür ist das Onlinebezahlsystem iDeal für E-Commerce- und M-Commerce-Transaktionen von einer niederländischen Bankengruppe. Die Niederländer wickeln mittlerweile einen Großteil der Onlinezahlungen per iDeal ab.

Ein weiteres Beispiel ist die Sofortüberweisung. Dieses Verfahren ermöglicht den schnellen und direkten Geldtransfer zwischen Banken in vielen europäischen Ländern. Dank dieser Zahlungsmethode können E-Business-Kunden auf internationaler Ebene schneller Geld überweisen. In Deutschland ist die Sofortüberweisung eine beliebte Zahlungsmethode.

Lastschriftverfahren

Mit dem Lastschriftverfahren können Händler Zahlungen von den Bankkonten ihrer Kunden einziehen. Bei diesem Zahlungsmittel sind keine Kartenanbieter beteiligt, die gesamte Zahlungskommunikation findet zwischen den Banken statt.

Ein gutes Beispiel hierfür ist das europaweite SEPA-Lastschriftverfahren. Es ermöglicht den Händlern den Einzug von Zahlungen in Euro von Bankkonten der 34 SEPA-Länder, einschließlich des Vereinigten Königreichs.

Ein weiteres Beispiel für das Lastschriftverfahren ist Automated Clearing House (ACH). Dieses elektronische Clearing-System kommt bei Finanztransaktionen in den USA zum Einsatz. Dabei werden große Mengen von Gut- und Lastschriften in Batches verarbeitet.

Lokale Kreditkartenanbieter

In vielen Ländern gibt es eigene Kreditkartenanbieter, die häufig eine Alternative zu den etablierten Kreditkartenunternehmen darstellen.

2015 schaffte es UnionPay als größter Anbieter von Zahlungskarten an die Spitze – insgesamt wurden mehr als fünf Milliarden Karten ausgegeben.[^4]

UnionPay-Karten können weltweit in 141 Ländern und Regionen eingesetzt werden. Im Hinblick auf das Transaktionsvolumen ist UnionPay nach Visa und MasterCard das drittgrößte Zahlungsnetzwerk. Bestimmte Kreditkarten von UnionPay sind auch mit American Express, MasterCard oder Visa verbunden und können im Ausland wie Karten dieser Anbieter verwendet werden.

Elo ist ein nationaler Kartenanbieter in Brasilien. Elo-Karten eignen sich für Kredit-, Debit- und Prepaid-Transaktionen. Bisher wurden über 80 Millionen Elo-Karten ausgestellt. Da auch Ratenzahlungen möglich sind, können Onlinekunden mit der Elo-Kreditkarte Bestellungen über einen bestimmten Zeitraum abbezahlen.

E-Wallets

Mit E-Wallets können Nutzer mehrere Kreditkarten- und Bankkontonummern in einer sicheren Umgebung speichern.[^5] Einige davon funktionieren über Apps auf Smartphones. Kunden bezahlen in Kaufhäusern an kompatiblen Terminals mit ihrem Smartphone und verwenden die E-Wallets beim Onlinekauf. Da alle Daten in E-Wallets verschlüsselt werden, bieten diese den Kunden mehr Sicherheit als "analoge" Geldbörsen. E-Wallets eröffnen Händlern verschiedene Möglichkeiten: Sie können ihren Kunden zeitnah Angebote unterbreiten sowie Gutscheine und Updates anbieten.

PayPal ist einer der weltweit größten Onlinebezahldienste. Das Unternehmen ist mit nahezu 200 Millionen aktiven Konten derzeit in 202 Märkten vertreten. Kunden von PayPal können in 25 Währungen Geldmittel transferieren und Guthaben halten (Stand Juli 2017).

PayPal beschleunigt den Zahlungsvorgang, weil Kunden nicht bei jedem Einkauf ihre Daten noch einmal eingeben müssen.

Mit Android Pay können Kunden weltweit an Hunderttausenden kontaktlosen Zahlstellen mit ihrem Smartphone bezahlen. Der Dienst lässt sich leicht einrichten und ermöglicht die In-App-Bezahlung. Das ist praktisch, da Kunden nicht jedes Mal wieder die Zahlungsdetails eingeben müssen.

Postpay

Mit den Zahlungsoptionen von Postpay können Kunden für Produkte oder Dienstleistungen bezahlen, die sie später online bei einem angeschlossenen Händler erwerben. Wegen der Verzögerung zwischen der ursprünglichen Transaktion und der Zahlung ist diese Methode nicht für alle Onlinekäufe geeignet. Sie bietet jedoch den Vorteil der bargeldbasierten Zahlung für Ihre Onlinekunden.

Bei Konbini (japanisch für "Verbrauchermarkt") können Käufer online Waren und Dienstleistungen bestellen und diese dann in einem Verbrauchermarkt direkt bezahlen. Konbini identifiziert jede Transaktion anhand einer eindeutigen Referenznummer. Mit dieser Referenznummer drucken Kunden einen Gutschein aus, den sie dann im Geschäft bezahlen.

In Brasilien zählt Boleto Bancário zu den bekanntesten Zahlungsmethoden. "Boleto" bedeutet "Ticket". Der Kunde kann einen Zahlungsbeleg drucken und an Geldautomaten sowie in Zweigstellen von Banken, Postämtern, Lottoannahmestellen und bestimmten Supermärkten bezahlen. Auch die Onlinebanküberweisung ist möglich.


[^1] BCG & Google, Digital Payments 2020: The Making of a $500 billion ecosystem in India

[^2] eCommerce Payment Monitor, 1. Hälfte 2015

[^3] Ingenico Payment Services 2014–Bericht

[^4] Creditcards.com

[^5] HowStuffWorks, How Digital Wallets Work