Logistik für den japanischen Markt

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Logistik für den japanischen Markt

1 Überblick

Die Herausforderung

Japan hat 127 Millionen Einwohner, nach den USA und China die drittgrösste Wirtschaft der Welt sowie den viertgrössten E-Commerce-Markt. Hier bieten sich fantastische Möglichkeiten für Unternehmen. Auch wenn Japan kein direkter Bestandteil Ihrer Wachstumsstrategie ist, sollten Sie das Land auf jeden Fall in Ihre wirtschaftlichen Planungen einbeziehen.

Das Ziel

In diesem Leitfaden erfahren Sie, welche Möglichkeiten sich auf dem japanischen Markt bieten und wie Sie sie nutzen können. Ausserdem erhalten Sie ein allgemeines Verständnis davon, welchen Platz Japan in der Weltordnung einnimmt und was das für Unternehmen bedeutet.

2 Den japanischen Markt erschliessen

Beim Erschliessen internationaler Märkte sollte das aktuelle Klima im jeweiligen Markt berücksichtigt werden.

In Japan leben 127 Millionen Menschen. Die Wirtschaft ist nach den USA und China die drittgrösste der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 4,94 Billionen $. Das sind fast 40.000 $ pro Kopf.1

Der E-Commerce-Markt der urbanen japanischen Wirtschaft belegt im internationalen Vergleich den vierten Rang. Der Umsatz wird auf über 111 Milliarden $ geschätzt und soll bis 2019 auf circa 134 Milliarden steigen.2 Mehr als 8 % aller Transaktionen im Einzelhandel finden online statt – Tendenz steigend.3

In Sachen Lieferkette ist Japan seit Langem führend. Bezogen auf Logistik liegt das Land laut Weltbank auf Platz 12. Die Vertriebskosten sind im internationalen Vergleich wegen der Grösse des Landes, der Bevölkerungsdichte und der hohen Effizienz extrem niedrig. Laut Japan Institute of Logistics Systems belaufen sie sich auf lediglich 5 % des Gesamtumsatzes der Fertigungs-, Grosshandels- und Einzelhandelsindustrien in Japan. In den USA liegt dieser Wert beispielsweise bei 9 %.

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  1. Weltbank 

  2. World Economic Forum, eMarketer 

  3. eMarketer 

3 Kurzinfo

  • Circa 92 % der Japaner nutzen das Internet. Eingekauft wird aber immer noch am liebsten im Ladengeschäft.1

  • Prognosen zufolge wird der Umsatz auf Mobilgeräten bis 2020 auf 60 Milliarden $ steigen.2

  • Zu den wichtigsten E-Commerce-Kategorien zählen Medien, Kleidung und Schuhe, Lebensmittel und Getränke, Unterhaltungselektronik sowie Schönheits- und Körperpflege.3

  • Rakuten und Amazon sind bezogen auf den Marktanteil die grössten E-Commerce-Websites in Japan, wobei Rakuten den grösseren Anteil hat. Die Anpassung an den japanischen Markt ist Amazon als ausländischem Unternehmen nicht immer leichtgefallen.4

  • Die japanischen Verpackungsvorschriften sind sehr strikt und die Anzahl beschädigter Lieferungen zählt zu den niedrigsten der Welt.


  1. ITU 

  2. Euromonitor 

  3. Euromonitor 

  4. PwC 

4 Kundentrends

Beim Erschliessen neuer Märkte spielt das Kundenverhalten eine wichtige Rolle. Wie werden Produkte in der Regel eingekauft? Welche Liefermethode wird am häufigsten verwendet? Folgende Kundentrends sollten bei der Expansion in den japanischen Markt berücksichtigt werden.

  • 71 % der E-Commerce-Käufe werden per Kreditkarte oder Banküberweisung bezahlt. Im Allgemeinen wird jedoch am liebsten bar bezahlt. Es wird empfohlen, alternative Zahlungsmethoden wie PayPal, Mobile Suica, Pay-easy oder die Zahlung im Ladengeschäft anzubieten. Auch die Zahlung per Nachnahme ist beliebt. Sie kommt bei 18 % der Fälle zum Einsatz.1

  • Zwar achten japanische Kunden in der Regel auf den Preis, doch aus aktuellen Untersuchungen geht hervor, dass Marke und Qualität bei der Kaufentscheidung am wichtigsten sind.

  • Auch die Lieferzeit wird berücksichtigt, wobei mittlerweile fast immer am nächsten Tag geliefert wird. Kurze Lieferzeiten sind der effizienten japanischen Logistik und der Grösse des Landes zu verdanken.

  • Japanische Kunden erhalten Pakete am liebsten direkt vom Lieferanten. Sie werden nur in Ausnahmefällen an der Tür abgelegt.

  • Studien zufolge ist die Wahrscheinlichkeit bei japanischen Kunden geringer, dass sie auf ausländischen Marktplätzen einkaufen.2

  • Am häufigsten werden nationale Transportunternehmen genutzt, gefolgt von einem bewährten internationalen Unternehmen. Qualität ist wichtiger als der Preis.

  • Japanischen Angaben zufolge hat das Land eine der weltweit niedrigsten Rücksenderaten. Standardmässige Richtlinien besagen in der Regel, dass Rücksendungen nicht möglich sind.3

  • 99 % der Bevölkerung sprechen Japanisch. Daher sollten Sie Ihre Website und Ihr Produkt auch in japanischer Sprache präsentieren.4

  • Japanische Käufer bevorzugen eine grosse Produktauswahl auf einer einzigen Seite. Sie sollten daher Marktplätze in Erwägung ziehen, um eine grössere Zielgruppe zu erreichen.

  • Es werden lokale Zahlungsmethoden wie JCB oder Amex empfohlen.

  • Kulturelles Bewusstsein ist in dieser Region der möglicherweise wichtigste Faktor für den Erfolg Ihrer Marke.


  1. PayPers, CyberSource 

  2. PayPers, CyberSource 

  3. Ecommerce Foundation 

  4. PayPers 

5 Fulfillment-Modelle

Aus dem Ausland nach Japan

Über 10 % der Onlineshopper in Japan kaufen auf Websites aus dem Ausland ein. Besonders beliebt sind bei grenzüberschreitenden Exporten und Importen die USA und China.1

Für viele Unternehmen, die das Fulfillment in Japan abwickeln möchten, bieten sich Zollfreigebiete in China an. Hier können Waren an einem gesicherten Ort hergestellt oder gelagert werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Waren über Hongkong einzuführen. Da Produkte häufig in China hergestellt werden, empfiehlt es sich sowohl aus Kosten- als auch aus strategischen Gründen, das gesamte Inventar in einem Lager aufzubewahren und von dort aus den gesamten asiatisch-pazifischen Raum zu beliefern.

Die meisten E-Commerce-Unternehmen nutzen Tochterunternehmen in ihrem Heimatland, um alle Waren gemeinsam zu lagern und sprachliche Barrieren zu umgehen.

Fulfillment in Japan

In Japan ist angesichts der Bevölkerungsdichte und der Grösse des Landes jeder Käufer innerhalb von drei Tagen erreichbar. Zu den Häfen zählen u. a. Kobe, Nagoya, Osaka, Tokio und Yokohama. Das logistische Zentrum Japans liegt zwischen den Städten Tokio, Nagoya und Osaka.


  1. PayPal 

6 Versand

Paketdienste

Japanische Kunden sind bei jeder fünften Lieferung nicht zu Hause und Pakete werden in der Regel nicht an der Tür abgelegt. Häufig wird erneut geliefert, ohne dass dabei Kosten für die Kunden anfallen.1 Einige der beliebtesten Paketdiensten in Japan:

  • Yamato Transport (50 % Marktanteil)
  • Sagawa
  • Nippon
  • Japan Post

Transportunternehmen – Teilladungsverkehr und Komplettladungsverkehr

Aufgrund der japanischen Geografie wird der Strassengüterverkehr nur wenig eingesetzt. Stattdessen werden Waren mit dem Zug und dann auf dem letzten Wegstück zum Kunden in kleineren Lkws transportiert. Kleinere Schiffe sind ebenfalls beliebte Transportmittel. Dabei wird das Produkt zuerst zu Wasser entlang der Küste transportiert, dann auf einen Zug verladen und zu guter Letzt mit einem kleinen Lkw direkt an die Haustür geliefert. Beliebte Transportunternehmen:

  • Nippon (Nittsu)
  • Sagawa
  • Kuroneko

  1. Nippon 

7 Erste Schritte

Wenn Sie in den japanischen Markt expandieren, empfiehlt sich unter Umständen die Übernahme eines neuen Unternehmens. Wägen Sie die Vor- und Nachteile ab und entscheiden Sie sich darüber hinaus für eine geeignete Unternehmensstruktur. Sie benötigen ein Fulfillment-Center und Transportunternehmen, die die für Sie interessanten Gebiete abdecken. Möglicherweise empfiehlt es sich, mit einem Vertriebsunternehmen zusammenzuarbeiten. So könnten Sie ohne grossen Aufwand noch mehr Kunden erreichen. Sie sollten ausserdem mit den geltenden Regeln für E-Commerce in Japan vertraut sein und herausfinden, ob Sie Marken registrieren müssen.

In Market Finder finden Sie eine übersichtliche Darstellung des Ease of Doing Business Index der Weltbank. Dieser gibt darüber Auskunft, wie einfach es in bestimmten Ländern ist, Geschäfte zu tätigen. Der Index bewertet auf einer Skala von 1 bis 190, wie leicht sich in den Ländern der Welt ein lokales Unternehmen gründen und betreiben lässt. Dabei werden zehn Aspekte als Grundlage herangezogen. Unter anderem wird berücksichtigt, wie einfach Strom zu erhalten ist, wie leicht Kredite zu beschaffen sind und inwieweit grenzüberschreitender Handel möglich ist.

Wenn man in einen neuen Markt expandieren möchte, sollte man die möglichen administrativen, behördlichen und logistischen Herausforderungen kennen. Mit Market Finder ist es bedeutend einfacher, sich mit den gesetzlichen Voraussetzungen und der erforderlichen Logistik vertraut zu machen. Sie erhalten zusätzlichen Support und Tools, darunter ausführliche Leitfäden und Informationen.

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Ingram Micro Commerce & Lifecycle Services bietet Logistiklösungen, mit denen Unternehmen Angebot und Nachfrage aufeinander abstimmen können.

Hinweis

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