S-GE-Checkliste für Exportstarter

Präsentiert von Switzerland Global Enterprise (S-GE)

Sie sind neu im Export und haben Fragen rund um die administrative Abwicklung? Die S-GE-Checkliste nimmt die wichtigsten Punkte auf und gibt Hinweise zu weiterführenden Informationsquellen.

1 Export-Basisdokumente

Bei jedem Export wird mindestens eine Handelsrechnung (allenfalls Pro-forma-Rechnung) benötigt. Handelsrechnungen müssen die folgenden Mindestangaben enthalten: * Name und Anschrift des Exporteurs

  • Name und Anschrift des Importeurs

  • Lieferanschrift (falls anders als die des Importeurs)

  • Ort und Datum der Ausstellung

  • Markierung, Nummer, Anzahl und Art der Packstücke

  • Netto- und Bruttogewichte, Abmessungen der Packstücke

  • genaue Warenbezeichnung, am besten mit Zolltarifnummer

  • Warenmengen

  • Preis

  • Lieferungs- und Zahlungsbedingungen

  • Ursprungsland

Je nach Land können spezifische Zusatzangaben auf der Handelsrechnung gefordert werden. Auch die benötigte Anzahl an Handelsrechnungen und die Sprache können variieren.

2 Zolltarifnummer

Für den Export wie auch den Import ist die Zolltarifnummer essentiell. Mit dieser Nummer wird eine Ware eingeordnet. Auf der Zolltarifnummer beruhen die Zollabgaben sowie andere tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse. Der schweizerische Zolltarif beruht, wie die meisten Zolltarife weltweit, auf dem international gültigen Harmonisierten System (HS). Dem HS entsprechen die ersten sechs Ziffern der achtstelligen schweizerischen Tarifnummern. Die Schweizer Zolltarifnummern finden Sie unter www.tares.ch. Die Oberzolldirektion nimmt bei Bedarf eine verbindliche Bestimmung der Zolltarifnummer vor. Anhand der Zolltarifnummer können die Einfuhrabgaben im Bestimmungsland abgefragt werden. Die Zolltarife können sich unterscheiden je nach Ursprungsland bzw. ob die Schweiz bilateral oder im Rahmen der EFTA ein Freihandelsabkommen hat oder nicht. Zu diesem Zweck stellt Switzerland Global Enterprise allen Schweizer und Liechtensteiner Unternehmen einen kostenlosen Zugang zur Zolldatenbank zur Verfügung. Darin können die Zolltarife und andere Importabgaben, die Importformalitäten sowie Ursprungsregeln (im Falle von Freihandelsabkommen) abgefragt werden.

3 Zollabwicklung

Bei der Zollabwicklung steht meistens der Logistikpartner/Spediteur unterstützend zur Seite. Wichtig ist, dem Logistikpartner korrekte und vollständige Angaben zu übermitteln. Die Ausfuhranmeldung kann auch selbst erledigt werden: entweder mit einer hauseigenen Software (e-dec Export) oder über die Online-Anwendung der Eidg. Zollverwaltung «e-dec web». Die Selbstdeklaration setzt gewisse Grundkenntnisse voraus. Auch die Zollverwaltung setzt immer mehr auf Digitalisierung und stellt gegenwärtig viele Prozesse auf digitale Anmeldungen um. So werden z. B. schon heute die Veranlagungsverfügungen im Export nur noch elektronisch zur Verfügung gestellt. Die Veranlagungsverfügung Import stellt gerade auf «elektronisch» um und wird bis zum 1. März 2018 ebenfalls obligatorisch nur noch elektronisch verfügbar sein. Weitere Details sowie Hinweise befinden sich unter den folgenden Links:

Elektronische Veranlagungsverfügung (eVV) im Export Vorausanmeldung Sicherheit (Security amendment) e-dec Export

4 Freihandelsabkommen, Ursprung und Zollpräferenzen

Freihandelsabkommen bringen der Schweizer Wirtschaft grosse Kosteneinsparungen, denn dadurch kann die Bezahlung der Einfuhrzölle im Bestimmungsland verhindert oder reduziert werden, was die Produkte im Ausland günstiger macht oder sogar einen Wettbewerbsvorteil schaffen kann. Nicht nur das: Die Abkommen beinhalten auch Absätze zum Handel mit Dienstleistungen, zum Schutz des geistigen Eigentums, zu Investitionen, öffentlichem Beschaffungswesen und vielem mehr (auch als Abkommen der zweiten Generation bekannt). Detaillierte Informationen zu Freihandelsabkommen sind in unserem Kapitel Freihandelsabkommen zu finden. Bitte beachten Sie auch die Unterkapitel Ursprung, Ursprungsregeln und Ursprungsnachweise. Hilfreiches Tool: Trade4Free Eine übersichtliche Liste der Freihandelsabkommen der Schweiz ist hier zu finden.

5 Swissness

Unter dem Begriff «Swissness» werden die geografischen Ursprungsbezeichnungen zusammengefasst. Nur wer die spezifischen Swissness-Regeln erfüllt, darf sein Produkt mit «Made in Switzerland» oder «Swiss made» bewerben. In Switzerland Global Enterprises Swissness-Dossier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten hierzu. Der Ursprung nach Swissness darf nicht mit dem Ursprung nach Freihandelsabkommen (präferenziell) oder mit dem nicht präferenziellen Ursprung verwechselt werden. Die Unterschiede sind in diesem Merkblatt zusammengefasst.

6 Exportkontrolle, Sanktionen und Embargos

Für die Exportkontrollen sowie Sanktionen und Embargos ist das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) zuständig. Die Liste der sanktionierten Länder, Personen oder Organisationen finden Sie hier. Sogenannte «Dual-use»-Güter sind Waren mit doppeltem Verwendungszweck, d. h. diese könnten unter Umständen auch militärisch verwendet werden. Für diese Warengruppe gelten spezielle Bestimmungen und sie bedarf einer Exportbewilligung durch das SECO. Weitere Informationen sind hier aufrufbar: Industrieprodukte (Dual-use) und besondere militärische Güter (Licensing)

7 Mehrwertsteuer international

Grundsätzlich kommen Sie nur mit der ausländischen Mehrwertsteuer in Kontakt, wenn Sie im Bestimmungsland als Importeur auftreten (Lieferklausel DDP – delivered duty paid) oder im Bestimmungsland Inlandsverkäufe durchführen. In der Regel übernimmt der Importeur die Bezahlung der Einfuhrsteuern (abhängig von den vereinbarten Incoterms, siehe nächstes Kapitel). Sollten Sie aber doch einmal mit ausländischer Mehrwertsteuer konfrontiert sein, können Sie sich mit Ihren individuellen Fragen an Switzerland Global Enterprises ExportHelp-Team wenden. Bei komplexeren MwSt.-Sachverhalten empfehlen wir Ihnen MwSt.-Spezialisten. In der EU gelten spezielle MwSt.-Regeln, auf die im Kapitel 10 «Spezielles zur EU» noch eingegangen werden.

8 Lieferbedingungen (Incoterms)

Wenn von Lieferbedingungen gesprochen wird, kommt oft der Begriff «Incoterms» ins Spiel. Die Incoterms werden durch die Internationale Handelskammer in Paris herausgegeben und alle zehn Jahre überarbeitet. Sie regeln die Rechte und Pflichten zwischen Verkäufer und Käufer im internationalen Warenverkehr. Die aktuelle Version sind die Incoterms 2010. Die Minimalverpflichtung für den Verkäufer stellen die Klauseln EXW (ex works) bzw. FCA (free carrier) dar, während die Maximalverpflichtung für den Verkäufer die Klausel DDP (delivered duty paid) ist. EXW eignet sich jedoch für Exportgeschäfte eigentlich nicht, da hierbei nicht einmal die Exportdokumente durch den Exporteur erstellt werden müssten, es für den Importeur jedoch oft gar nicht möglich ist, eine Ausfuhranmeldung sowie die benötigten Dokumente zu erstellen. Besser geeignet ist daher FCA. Bei DDP übernehmen Sie als Exporteur sämtliche Kosten und auch das komplette Risiko bis zum Empfänger inklusive Einfuhrverzollung und Bezahlung der Einfuhrabgaben (auch die MwSt.!). Eine Zusammenfassung der Klauseln finden Sie z. B. hier.

9 Spezielle Erfordernisse, Zertifizierungen

Für die weltweite Abfrage von Importbestimmungen empfehlen wir Ihnen die kostenlose Registrierung bei unserer Zolldatenbank. Mit der Eingabe der sechsstelligen Zolltarifnummer sowie des Bestimmungslandes können Sie dort alle speziellen Importerfordernisse abfragen. Ausserdem finden Sie in der Zolldatenbank die Zolltarife und Ursprungsregeln (Freihandelsabkommen).

10 Spezielles zur EU

Die Europäische Union (Abkürzungen: EU, EC) bildet eine Zollunion und einen gemeinsamen Markt. Da die Schweiz nicht Teil davon ist, gelten für Schweizer Firmen, die sich am innergemeinschaftlichen Handel beteiligen möchten, spezielle Regeln, insbesondere bei der Mehrwertsteuer (siehe MwSt.-Dossier).

11 Vorübergehende Ein- und Ausfuhr

Bei Messen oder Montage-/Reparatureinsätzen im Ausland kann es nötig sein, dass Waren vorübergehend aus der Schweiz ausgeführt werden müssen. Was dabei genau zu beachten ist, wird in diesem Merkblatt beschrieben.

12 Entsendung

Falls Sie Mitarbeitende für Arbeiten ins Ausland entsenden müssen, gibt es diverse Meldungen zu beachten. Für unsere Nachbarländer und Spanien finden Sie hier Switzerland Global Enterprises Merkblätter.

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Switzerland Global Enterprise (S-GE) ist ein vom Bund (SECO) mandatierter nicht-gewinnorientierter Verein, der Exporteure bei ihrem internationalen Geschäft unterstützt.