Internationalisierung

Internationalisierung

1 Übersicht

Die Herausforderung

Etwa 75 % der Kunden kaufen eher auf Websites in ihrer eigenen Sprache ein.1 Für Ihren Erfolg sind daher Inhalte in der Landessprache des Zielmarkts enorm wichtig.

Das Ziel

Nutzer effektiv mit einer Website ansprechen, die sprachlich und inhaltlich an die lokale Zielgruppe angepasst ist, ohne dass Branding- und Marketingelemente der Originalwebsite verloren gehen

Vorgehensweise

Stellen Sie ein Team zusammen, das Ihre Lokalisierungsstrategie entwickelt. Zu Beginn sollten diese Fragen geklärt werden:

  • Welche Sprachen sprechen Ihre Kunden? Berücksichtigen Sie die jeweiligen Besonderheiten. Die Schweiz, Kanada und Südafrika sind beispielsweise mehrsprachig. Einige Sprachen wie Chinesisch, Arabisch und Spanisch haben verschiedene Dialekte.

  • Unterstützt Ihr Content-Management-System (CMS) mehrere Sprachen?

  • Wer überprüft, ob die Inhalte Ihrer Website, z. B. Bilder, Symbole, Farben und Text, für den jeweiligen Markt angemessen sind?

  • Ist das Design Ihrer Website auch für Mobilgeräte geeignet?

Tipp

Falls es in Ihrem Markt sehr viele Menschen aus einem anderen Land gibt, sollten Sie diesen Nutzern Texte in der Muttersprache und Preise in der Landeswährung präsentieren.

2 Lokalisierungsfreundliche Benutzeroberfläche (UI) gestalten

Besprechen Sie mit Ihren Websitedesignern, ob sie eine Benutzeroberfläche erstellen können, die sich an alle Zielsprachen anpassen lässt. So können sich die Übersetzer vollkommen auf die Qualität der Übersetzung konzentrieren. Anforderungen an die Benutzeroberfläche:

Anpassung an Variationen:

  • Platzbedarf – Deutsch ist z. B. oft länger als English. Arabisch nimmt vertikal mehr Platz ein.
  • Dichte – Traditionelle chinesische Schriftzeichen sind sehr detailreich, verwenden Sie also eine Schriftgröße von mindestens 12.
  • Schreibrichtung von rechts nach links – z. B. Arabisch, Hebräisch, Farsi

Auch wichtig:

  • Transliterationsfähigkeit – Sorgen Sie dafür, dass sich jede Sprache mit den Google Input Tools einfach eingeben lässt.

Tipp

Unter Transliteration versteht man die buchstabengetreue Übertragung von Wörtern aus einer Schrift in eine andere. Die kyrillische Schreibweise für Russland, "Россия", wird zum Beispiel normalerweise als "Rossiya" transkribiert (übersetzt "Russland").

3 Anforderungen für die Internationalisierung bereits beim Websitedesign bedenken

Internationalisierung ist die Vorbereitung auf die Lokalisierung. Mit diesem Schritt sorgen Sie dafür, dass Produkte und Dienstleistungen einfach in andere Sprachen und Kulturen übersetzt werden können. Internationalisierung wird manchmal mit i18n abgekürzt.

Versuchen Sie, die Website so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten – für Kunden und Übersetzer gleichermaßen. Zuerst müssen Softwareentwickler Ihre Website auf Codeebene für verschiedene Sprachen und Inhalte vorbereiten. Dann sollte ein Leitfaden für das Lokalisierungs-Engineering erstellt werden. Die Best Practices für Codierung/Engineering sollten Folgendes beinhalten:

  • Workflow und Tools

    • Befehle, Schaltflächen und Formulare sollten in jeder Kultur leicht verständlich sein.
    • Geben Sie Nutzern die Möglichkeit, die Spracheinstellungen mit einer universellen Sprachauswahl (Universal Language Selector – ULS) zu ändern.
    • Finden Sie mithilfe von Nutzersprachprofilen heraus, welche Sprache mehrsprachige Nutzer bevorzugen.
  • Zeichen- und Stringverarbeitung

    • Nutzer sollten nach Möglichkeit nur übersetzte UI-Strings sehen.
    • Speichern Sie alle Daten in einem sprach- und landesneutralen Format (z. B. Unicode für Strings).
  • Bibliotheken

    • Verwenden Sie branchenübliche Bibliotheken für die sprachspezifische Formatierung, z. B. das Common Locale Data Repository [CLDR] für Datum und Uhrzeit, Zeitzonen, Zahlen und Währung.
    • Erstellen Sie eine Bibliothek internationaler Bezeichner, um bei Bedarf Sprachen und Regionen korrekt darzustellen.

4 Wie Google Webseiten crawlt, indexiert und bereitstellt

Die Suche im Web ähnelt der Suche in einem gewaltigen Buch mit einem enormen Index, in dem einfach alles verzeichnet ist. Wenn also ein potenzieller Kunde eine Google-Suche startet, vergleichen unsere Programme den Index und ermitteln die relevantesten Suchergebnisse. Die drei wichtigsten daran beteiligten Prozesse:

Crawling

Im Zuge des Crawling werden neue und aktualisierte Seiten zum Google-Index hinzugefügt. Wir verwenden ein hochkomplexes Computersystem, um damit Milliarden von Webseiten abzurufen und zu erfassen. Das Programm, das diese Seiten durchsucht, heißt Googlebot. Andere Bezeichnungen für solche Programme sind Robot, Bot und Spider. Der Googlebot bestimmt anhand eines algorithmischen Prozesses, welche Websites wann und wie oft durchsucht und wie viele Seiten von jeder Website abgerufen werden. Es ist nicht möglich, Google dafür zu bezahlen, dass eine Website häufiger gecrawlt wird. Darüber hinaus sind unsere Geschäftsbereiche "Suchmaschine" und "Google Ads" voneinander getrennt.

Indexerstellung

Bei der Verarbeitung der gecrawlten Seiten erzeugt der Googlebot einen großen Index mit allen Wörtern und ihrer seitengenauen Position. Zusätzlich werden Informationen in wichtigen Content-Tags und -Attributen wie Title-Tags und ALT-Attributen verarbeitet. Der Googlebot kann viele verschiedene, aber nicht alle Arten von Inhalten verarbeiten. Beispielsweise ist es uns nicht möglich, den Inhalt einiger Rich-Media-Dateien oder dynamischer Seiten zu verarbeiten.

Bereitstellen der Ergebnisse

Wenn ein Nutzer eine Suchanfrage startet, durchsuchen unsere Computer den Index nach passenden Seiten und geben die relevantesten Ergebnisse zurück. Die Relevanz wird anhand von über 200 Einzelfaktoren ermittelt. Einer davon ist der PageRank – ein Messwert für die Wichtigkeit einer Seite basierend auf den Links, die von anderen Seiten eingehen. Jeder Link von einer anderen Website auf eine Ihrer Seiten erhöht den PageRank Ihrer Website. Aber nicht alle Links sind gleich: Google setzt alles daran, Spam-Links und andere Praktiken zu identifizieren, die sich negativ auf die Suchergebnisse auswirken können. Leistungsstarke Links sind jene, die wegen der Qualität des Contents bereitgestellt werden.

Damit Ihre Website auf den Suchergebnisseiten einen möglichst hohen Rang erreicht, muss Google Ihre Website richtig crawlen und indexieren können. In unseren Richtlinien für Webmaster finden Sie Best Practices zur Optimierung des Rangs Ihrer Website.

Mit der Meinten Sie-Funktion von Google und der automatischen Vervollständigung sparen Nutzer Zeit, da ähnliche Begriffe, typische Rechtschreibfehler und häufige Suchanfragen angezeigt werden. Die von diesen Funktionen ausgegebenen Keywords werden automatisch von unseren Web-Crawlern und Suchalgorithmen generiert. Vervollständigungen werden nur dann angezeigt, wenn wir glauben, dass die Nutzer damit Zeit sparen. Steht eine Website für einen Suchbegriff weit oben in der Rangfolge, haben wir mithilfe unserer Algorithmen ermittelt, dass der Content für die Suchanfrage besonders relevant ist.

5 Elemente zur Sprachauswahl klar hervorheben

Eine Seite, eine Sprache

Wenn Sie Ihre Website in mehreren Sprachen anbieten, sollten Sie auf jeder Seite nur eine Sprache für Content und Navigation verwenden. Mischen Sie nicht mehrere Sprachen auf derselben Seite.

Die Sprache in der URL angeben

Verwenden Sie eigene URLs für die einzelnen Sprachen und nennen Sie die Sprache in der URL. An der URL www.mysite.com/de/ erkennt ein Nutzer zum Beispiel sofort, dass die Seiten auf Deutsch sind.

Sprachausrichtung

Mit hreflang-Meta-Tags zeigen Sie Google an, auf welche Sprache(n) Ihre Website ausgerichtet ist. In HTML steht "href" für "Hypertext Reference" und wird verwendet, um HTML-Links zu beschreiben; "lang" ist kurz für "language", die Sprache.

Gegenseitige Verlinkung

Platzieren Sie auf allen Seiten ein Element zur Sprachauswahl. Auf diese Weise können Nutzer jederzeit zur bevorzugten Sprachversion wechseln.

Dynamische Inhalte

Google empfiehlt zwar, verschiedene Sprachen auf eigene URLs aufzuteilen, unterstützt aber auch dynamischen, personalisierten Content. Dabei erkennt die Website, woher die IP-Adresse des Nutzers stammt, und zeigt automatisch relevanten Content in der jeweiligen Sprache an. Falls Ihre Website also eine dynamische Struktur aufweist, müssen Sie nichts daran ändern. Sie wird genauso bei Suchanfragen gefunden, und Anbieter von dynamischen Inhalten werden nicht benachteiligt.


Was Sie vermeiden sollten

Nur den Standardtext übersetzen

Es reicht nicht, einfach nur den Standardtext der Website zu übersetzen und den restlichen Content in nur einer Sprache zu belassen (typisch für Seiten mit nutzergenerierten Inhalten wie Foren). Für den Nutzer ist das nicht optimal, vor allem wenn in den Suchergebnissen für die verschiedenen Sprachen der Standardtexte immer derselbe Content angezeigt wird.

Automatische Übersetzung

Automatische bzw. Maschinenübersetzungen sind oft falsch und vermitteln Ihren Nutzern möglicherweise einen falschen Eindruck – und das nicht nur inhaltlich. Automatisch übersetzte Seiten auf Ihrer Website sollten Sie vom Crawling durch Suchmaschinen ausschließen, indem Sie die Datei robots.txt anpassen.

Keine Cookies

Verwenden Sie keine Cookies oder Skripts, um übersetzte Versionen einer Seite anzuzeigen. Diese dynamischen Inhalte werden vom Googlebot nicht erkannt und der Website-Content wird deswegen nicht richtig in Google indexiert. Nutzer sehen diese Inhalte möglicherweise auch nicht.

6 Sich über die Interessen der Nutzer informieren

Hinter jeder Google-Suche steht ein Nutzer mit einer kauforientierten Absicht: Rezensionen, Produkt- oder Preisvergleiche – die Liste ist schier endlos.

Ihre eigene Marketinganalyse liefert dabei die besten Hinweise auf die eigentlichen Absichten der Nutzer. Im Keyword-Planer von Google Ads sehen Sie, welche Keywords (nicht zu vergessen die wertvollen Long Tail Keywords) Nutzer eingeben, um Ihre Website zu finden. Eine genaue Analyse dieser Daten verschafft Ihnen einen besseren Einblick in das Suchverhalten Ihrer Websitebesucher und ermöglicht Ihnen, eine passende Contentstrategie auszuarbeiten.

Long Tail Keywords sind spezifischere Wortgruppen aus drei bis fünf Begriffen, die Nutzer oft eingeben, wenn der Kaufabschluss näher rückt. Angenommen, ein Nutzer sucht zuerst nach "esszimmerstuhl". Nachdem der Nutzer mehrere Websites besucht, Stile und Preise verglichen hat, grenzt er die Suche schließlich auf "eames stuhl für esszimmer grau" ein.

Im responsiven Webdesign erstellter Content spricht Nutzer unmittelbar an und ist eine sehr wirksame Methode, um mehr Zugriffe, Klicks, Leads, Verkäufe und Conversions zu erzielen.

7 On-Page- und Off-Page-SEO

Wenn wir Ihre Website mit anderen vergleichen, sehen wir uns genau an, wodurch sie sich auszeichnet (On-Page-Faktoren) und welchen Rang sie in den Suchergebnissen erreicht (Off-Page-Faktoren).

Damit Google Ihr Angebot richtig einordnen und bewerten kann, sollten Sie es uns so einfach wie möglich machen, Ihre Seiten zu indexieren und uns durch die Struktur und den Content Ihrer Website zu bewegen. Sie möchten schließlich einen hohen Rang erreichen, um gegen die Vielzahl nationaler und internationaler Mitbewerber und deren Inhalte bestehen zu können.

On-Page-SEO

Bei internationaler On-Page-SEO geht es darum, Ihre Seite so zu optimieren, dass Google sie einfacher orten und ihre Relevanz beurteilen kann. Organisieren Sie Ihre globalen URLs daher auf klare, strukturierte Weise, zum Beispiel nach Unterverzeichnis, Subdomain oder Domain. So kann lokalisierter Content einfacher einer Region zugeordnet werden.

Sie sollten Ihre Website am besten für jedes Zielland lokalisieren und auf eine weltweit einheitliche Darstellung Ihres Unternehmens achten. Durch die Lokalisierung verringern Sie das Risiko, dass Inhalte auf Ihren Seiten doppelt vorhanden sind, und sorgen für mehr Interaktionen.

Für eine effektive On-Page-SEO sollte Folgendes lokalisiert werden:

  • URLs
  • Titel-Tags mit lokalisierten ausgewählten Keywords
  • H1-Überschriften
  • Hauptcontent
  • ALT-Attribute, einschließlich der Namen von Bilddateien
  • Metatitel und -beschreibungen
  • Navigationslabels
  • Adressen
  • Schnelle Upload-Geschwindigkeiten
  • Mobilgeräteoptimierung
  • Interne Verlinkungen, zum Beispiel auf einen internen Blog

Off-Page-SEO

Verlinken andere Websites auf Ihre, erhöht das die Relevanz Ihrer Website. Außerdem fallen unter Off-Page-SEO alle Optimierungsmaßnahmen, die Sie außerhalb der Website ergreifen. Je häufiger Ihre Website verlinkt wird, desto höher ihr Rang in der Google-Suche. So sorgen Sie für einen besseren Linkaufbau:

  • Erstellen Sie interessanten, relevanten lokalisierten Content.

  • Social-Media-Marketing: Ermöglichen Sie Nutzern, Ihren Content zu teilen.

  • Echte Bewertungen auf Drittwebsites sind sehr hilfreich.

  • Schreiben Sie Beiträge: Auf PR-Portalen können Sie interessante, hochwertige Artikel veröffentlichen, die auf Ihre Website verlinken.

  • Laden Sie auf geeigneten Websites Bilder oder Videos mit Titel, Beschreibung, Tags und Links hoch.

  • Veröffentlichen Sie auf Dokumentenportalen Dokumente mit interessanten bzw. relevanten Informationen im PDF- oder PPT-Format.

8 Wie wir das Zielland einer Website ermitteln

Top-Level-Domainnamen mit Ländercode (ccTLDs)

Indem Sie für jede Zielregion und -sprache eine eigene Website anbieten, zum Beispiel .de für Deutschland, .cn für China, senden Sie Nutzern und Suchmaschinen ein starkes Signal, dass die Website explizit für ein bestimmtes Land vorgesehen ist. In einigen Ländern ist die Verwendung von ccTLDs beschränkt. Sie sollten sich also vorher informieren.

Tipp

Google behandelt einige Vanity-ccTLDs – zum Beispiel .tv und .me – wie generische Top-Level-Domains (gTLDs), da wir herausgefunden haben, dass Nutzer und Webmaster diese Domains nicht als länderspezifisch ansehen. Hier eine Übersicht der Domains, die von Google als generisch behandelt werden.

Einstellungen für die geografische Ausrichtung

Wenn Sie eine einzelne internationale/mehrsprachige Website erstellen, benötigen Sie eine generische Domain (gTLD). Eine einzige Domain hat den Vorteil, dass nur eine SEO-Kampagne erforderlich ist. Sie hätten also eine generische Domain (gTLD) und dann für jede Sprache einen eigenen Ordner. Beispiel: myamazingsite.com/de/, myamazingsite.com/en/ und myamazingsite.com/es/. Wenn Sie die Relevanz der ursprünglichen deutschsprachigen Website verbessern, profitieren auch die anderen Sprachenordner.

Google bestimmt anhand der geografischen Ausrichtung, welche länderspezifischen Seiten für Nutzer relevant sind. Wenn Ihre Website eine gTLD wie .com, .org oder .net hat, können Sie Google mithilfe des Tools zur Ausrichtung auf ein Zielland in der Search Console mitteilen, dass Ihre Website auf ein bestimmtes Land ausgerichtet ist. Falls Ihre Website auf mehrere Länder ausgerichtet ist, sollten Sie dieses Tool nicht verwenden.

Tipp

Da regionale Top-Level-Domains wie .eu oder .asia nicht länderspezifisch sind, werden sie von Google wie generische Top-Level-Domains behandelt.

Serverstandort

Der Server (erkennbar an der IP-Adresse) liegt oft in unmittelbarer Nähe zu den Nutzern und ist ebenfalls ein Hinweis auf die Zielgruppe Ihrer Website. Einige Websites greifen aber auch auf verteilte Servernetzwerke für die Content-Übermittlung (Content Delivery Network, CDN) zurück oder werden in einem anderen Land mit besserer Webserverinfrastruktur gehostet. Eine definitive Aussage ist daher nicht möglich.

Weitere Signale

Weitere Hinweise auf die Zielgruppe Ihrer Website liefern Adressen und Telefonnummern auf den verschiedenen Seiten, die Verwendung der Landessprache und -währung, Links von anderen lokalen Websites und auch die Verwendung von Google My Business (sofern verfügbar). Google nutzt für die geografische Ausrichtung keine Standort-Meta-Tags wie geo.position oder distribution und keine HTML-Attribute.

9 URL-Strukturen

Es ist schwierig, die geografische Ausrichtung für jede Seite einzeln zu bestimmen. Daher ist es sinnvoll, die Verwendung einer URL-Struktur in Betracht zu ziehen, mit der die Website für die geografische Ausrichtung leicht unterteilt werden kann. Die verschiedenen Optionen und ihre Vor- und Nachteile:

URL-Struktur Beispiel Vorteile Nachteile
Länderspezifisch example.de Eindeutige geografische Ausrichtung

Serverstandort irrelevant

Einfache Websitetrennung
Teuer (Verfügbarkeit möglicherweise begrenzt)

Erfordert mehr Infrastruktur

Strenge ccTLD-Anforderungen (manchmal)
Subdomains mit gTLDs de.example.com Einfach einzurichten

Geografische Ausrichtung mit der Search Console möglich

Verschiedene Serverstandorte möglich

Einfache Websitetrennung
Geografische Ausrichtung für Nutzer anhand der URL vielleicht nicht klar erkennbar (ist mit "de" die Sprache oder das Land gemeint?)
Unterverzeichnisse mit gTLDs example.com/de/ Einfach einzurichten

Geografische Ausrichtung mit der Search Console möglich

Geringer Wartungsaufwand (ein Host)
Geografische Ausrichtung für Nutzer anhand der URL vielleicht nicht klar erkennbar

Einzelner Serverstandort

Websitetrennung erschwert
URL-Parameter site.com?loc=de Nicht empfohlen URL-basierte Segmentierung schwierig

Geografische Ausrichtung für Nutzer anhand der URL vielleicht nicht klar erkennbar

Geografische Ausrichtung in der Search Console nicht möglich

Für welche Struktur Sie sich auch entscheiden, die Hierarchie sollte in jedem Sprachverzeichnis Ihrer Website gleich aufgebaut sein, um die Navigation und das Crawling zu erleichtern.

10 Duplizierte Inhalte und internationale Websites

Probleme mit duplizierten Inhalten entstehen, wenn Sie denselben Content in verschiedenen Übersetzungen unter je eigenen URLs führen. In der Regel ist das kein Problem, solange der Content für verschiedene Nutzer in verschiedenen Ländern vorgesehen ist. Die Empfehlung lautet zwar, möglichst einmaligen Content anzubieten und Änderungen an der Aussage bei der Übertragung in andere Sprachen zu vermeiden, doch manchmal ist das einfach nicht umsetzbar.

Informationen dazu, wie Sie zwischen den verschiedenen Sprachversionen einer Seite unterscheiden und Nutzern die richtige Sprache oder regionale URL bereitstellen können, finden Sie in der Anleitung zu rel-alternate-hreflang. Ohne hreflang verliert Ihr Content an Wert und es wird schwieriger, Zugriffe zu erzielen.

Wenn Sie das Crawling in einer robots.txt-Datei deaktivieren oder das Robots-Meta-Tag "noindex" verwenden, besteht keine Notwendigkeit, Duplikate auszublenden. Anders sieht es aus, wenn Sie Nutzern denselben Content unter verschiedenen URLs anbieten (zum Beispiel auf example.de/ und example.com/de/, die beide deutschen Content für Nutzer aus Deutschland enthalten). In diesem Fall sollten Sie eine bevorzugte Version bestimmen und Weiterleitungen oder den Link rel=canonical verwenden.

11 Website globalisieren

Gleichbehandlung ist das A und O

Betrachten Sie sich selbst als internationales Unternehmen mit lokalen Kunden und nicht andersherum. Vor allem: Behandeln Sie Kunden in jedem Markt gleich gut. Ihr Ziel sollte es sein, dass die Qualität Ihrer Website in Sachen Design, Funktionalität und Inhalt nicht vom Standort des Nutzers abhängt.

Eine mehrsprachige Website oder mehrere einsprachige Websites?

Eine universelle mehrsprachige Website bietet Inhalte in mehr als einer Sprache. So könnte sich ein kanadisches Unternehmen zum Beispiel in Englisch und Französisch präsentieren oder ein Blog über Fußball in Lateinamerika in Spanisch und Portugiesisch.

  • Sie unterstreichen das internationale Image Ihres Unternehmens.
  • Es ist einfacher, schneller und kostengünstiger, nur eine Domain zu registrieren.
  • Ihre Nutzer müssen nicht lange nach der richtigen Version suchen.
  • Sie gehen auf die Bedürfnisse der einzelnen Zielmärkte ein.

Einzelne lokalisierte internationale Websites haben den Vorteil, dass die Nutzer in den verschiedenen Ländern gezielt angesprochen werden. Typisch für internationale Websites sind Top-Level-Domainnamen mit Ländercode (ccTLD) wie .de, .ie oder .fr:

  • Eine länderspezifische Domain signalisiert Ihren Kunden Verbundenheit. Dies ist vor allem wichtig, wenn Nutzer Produkte und Dienstleistungen in ihrer Sprache finden möchten und auf vertraute Zahlungsmethoden Wert legen.
  • Andererseits ist es aufwendig und teuer, für jeden Exportmarkt eine eigene ccTLD zu kaufen und zu registrieren.

Es gibt auch Websites, die international UND mehrsprachig sind. Beispiel: Eine Website mit verschiedenen Versionen für die USA und Kanada und den Sprachvarianten Französisch und Englisch für die kanadischen Inhalte.

Einen Domainnamen auswählen

Die Top-Level-Domain ist das Suffix (z. B. .com, .org, .net). Viele E-Commerce-Websites entscheiden sich für .com, weil Nutzer bei der Suche nach einem Unternehmen in der Suchmaschine meist diese Top-Level-Domain angeben. Google bestimmt die Sprache zwar anhand des Contents, für Ihre Nutzer bietet die URL aber einen ersten Anhaltspunkt. In den folgenden URLs zum Beispiel wird der französischsprachige Content durch die Verwendung von .fr als Subdomain bzw. Unterverzeichnis klar gekennzeichnet:

  • http://example.ca/fr/vélo-de-montagne.html
  • http://fr.example.ca/vélo-de-montagne.html

Indem Sie bereits in der URL auf die Sprache hinweisen, lassen sich auch Probleme mit mehrsprachigem Content auf Ihrer Website leichter erkennen. Sie können die URL übersetzen oder einen internationalisierten Domainnamen (IDN) verwenden.

Geo-Weiterleitung

Wenn Ihre internationale SEO korrekt eingerichtet wurde, werden Ihre Nutzer von der Google-Suche automatisch auf die richtige Sprachversion Ihrer Website weitergeleitet. Wenn Sie Google.com aufrufen, gelangen Sie zum Beispiel automatisch auf die länderspezifische Seite der Google-Suche. Was aber machen Sie, wenn ein Nutzer mit einer spanischen IP-Adresse nach englischsprachigen Inhalten sucht? Eine Weiterleitung auf die spanische Seite würde nicht der Absicht des Nutzers entsprechen. Sie haben folgende Möglichkeiten:

Keine Geo-Weiterleitung: Der Nutzer kann trotz der spanischen IP-Adresse auf der englischen Website bleiben.

Keine Geo-Weiterleitung bis zur Zahlung: Lässt den Nutzer bis zum Bezahlvorgang auf der gewünschten Seite bleiben, erst dann erfolgt die Weiterleitung.

Automatische Geo-Weiterleitung: Der Nutzer kann nicht selbst entscheiden und wird automatisch zum spanischen Inhalt weitergeleitet.

Pop-up-Banner zur Geo-Weiterleitung: Sie zeigen eine Nachricht wie "Möchten Sie auf unserer englischen Website bleiben oder auf die spanische weitergeleitet werden?" an und der Nutzer kann somit selbst entscheiden.

Uploadgeschwindigkeit

Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass jeder Nutzer Zugang zu einem 4G-Netzwerk hat. Der weltweite Standard ist 3G oder langsamer. Achten Sie also bei Ihrer Website auf kurze Ladezeiten, damit Nutzer nicht schon aufgeben, bevor sie überhaupt die erste Seite sehen. Einige Tipps für eine höhere Uploadgeschwindigkeit:

  • Multimediainhalte wirken sehr ansprechend, kosten aber auch Ladezeit. Wägen Sie also ab und sorgen Sie dafür, dass Nutzer die wichtigsten Inhalte so schnell wie möglich sehen. Es empfiehlt sich beispielsweise, Bilddateien zu komprimieren.
  • Begrenzen Sie die Anzahl der Navigationslinks.
  • Vermeiden Sie Pop-ups und andere störende Elemente. Die Navigation soll so einfach wie möglich sein.

Lokalisierung

Auf einer lokalisierten Website werden dieselben Inhalte wie auf der Hauptwebsite präsentiert, nur kulturell und sprachlich an den Zielmarkt angepasst. Wenn eine direkte Übersetzung zum Beispiel aufgrund bestimmter Redewendungen nicht möglich ist, können Sie die Inhalte durch Transkreation sinngemäß übertragen und dadurch dieselbe Wirkung in der Zielsprache erzeugen. In jedem neuen Markt ist es wichtig, dass Sie

  • die Sprache Ihrer Kunden sprechen,
  • eine lokalisierte Version der Website erstellen,
  • Ihr Branding optimieren,
  • auf der Website eine gute Suchfunktion integrieren,
  • sich Gedanken über die Währung und den Bezahlvorgang machen,
  • Ihre Kunden zufriedenstellen,
  • alles rechtlich absichern und
  • Wert auf kleinste Details legen.

Webdesign und -entwicklung

Der Branchenstandard ist Unicode. Dieser Zeichensatz ist speziell darauf ausgelegt, Text unabhängig vom Schriftsystem einheitlich darzustellen. Unicode deckt alle geschriebenen Sprachen ab, darunter auch Griechisch, Kyrillisch, Chinesisch, Arabisch und Hebräisch. Auch die Schreibrichtung, also von links nach rechts oder umgekehrt, wird berücksichtigt. Unicode unterstützt über 100 Schriftsysteme mit mehr als 100.000 Zeichen. Am häufigsten verwendet wird UTF-8.

12 Best Practices für Websites in jedem Markt

Wichtige Informationen immer am Seitenanfang platzieren

Wichtige Inhalte sollten am besten sofort und ohne Scrollen sichtbar sein.

In kleinen Dimensionen denken

Ihre Kunden nutzen hauptsächlich Geräte mit kleinen Displays wie Smartphones und Tablets. Gestalten Sie Ihre Website so, dass sie sich automatisch an die Bildschirmgröße anpasst, damit wichtige Elemente und Inhalte jederzeit sichtbar sind.

Textinhalte verfassen

Einfache Überschriften haben die größte Wirkung

Eine klare, eingängige Überschrift auf der Website ist wie eine Visitenkarte. Ihre Kunden wissen sofort, dass sie an der richtigen Stelle sind, und bleiben länger.

Die Welt ist bunt

Auch Farben sind eine Form von Sprache. Finden Sie unbedingt heraus, welche Farben in Ihrem Zielmarkt welche Bedeutung haben. Dies kann von Land zu Land völlig verschieden sein. Weiß ist in westlichen Ländern zum Beispiel die typische Farbe für Hochzeiten – in China für Beerdigungen. In Indien ist Rot die Farbe für offizielle Anlässe, im Vereinigten Königreich Lila und in China Gelb.

Vorteile aufzählen

Sagen Sie Ihren Kunden ohne Umschweife, warum sie auf Ihrer Website bleiben sollten. Stellen Sie die Vorteile Ihrer Produkte und Dienstleistungen klar heraus. Aufzählungslisten sind dafür gut geeignet.

Auf weiterführende Informationen verlinken

Mit einem auffällig platzierten "Weitere Informationen"-Link wirkt die Seite gleich aufgeräumter.

Call-to-Action klar benennen

Wenn Sie Besuchern deutlich zeigen, welche Aktion Sie von ihnen erwarten, führen sie die gewünschte Aktion eher aus und bringen Ihnen die erhofften Einnahmen.

Kundenbeziehungen aufbauen
  • Schaffen Sie Vertrauen, indem Sie Ihr Angebot einfach erreichbar machen.

  • Wenn Sie Nutzer um personenbezogene Daten bitten, erläutern Sie genau, warum diese Angaben erforderlich sind und wozu sie verwendet werden.

  • Werben Sie mit Kundenreferenzen oder Bewertungen unabhängiger Dritter.

  • Wenn Sie auf der Website werben, grenzen Sie gesponserte Links und Anzeigen klar vom restlichen Content ab.

13 App-Design

Kulturelle Adaption

Jedes Element Ihrer App sollte sich für die lokale Zielgruppe "richtig" anfühlen. Passen Sie zum Beispiel Grafiken, Farben, Stil, Art der Ansprache, Funktionalität und Zahlungsmethoden an. Bei Spielen könnten Sie das Aussehen der Charaktere ändern. Achten Sie vor allem darauf, dass nichts kulturell unangemessen oder anstößig wirkt.

Layouts

Optimieren Sie das Layout abhängig vom Zielland für von links nach rechts oder andersherum laufenden Text. Achten Sie auf korrekte Zeit-, Zahlen- und Währungsformate. Stellen Sie eine vollständige Auswahl an Standardressourcen bereit.

App optimieren

Manche Zielmärkte stellen Sie vielleicht vor besondere Herausforderungen:

  • Langsame, unzuverlässige und teure Internetverbindungen
  • Geräte mit schlechteren Displays, weniger Arbeitsspeicher und langsameren Prozessoren
  • Eingeschränkte Möglichkeiten zum Aufladen von Geräten während des Tages

Damit Sie mit Ihrer App auch in diesen Märkten erfolgreich sind, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt. Weitere Informationen zu "Building for Billions"