So werden Sie von internationalen Kunden online gefunden

1 Übersicht

Die Herausforderung

Wie können Sie bei mehrsprachigen oder internationalen Websites dafür sorgen, dass sie von allen relevanten Nutzern in Ihren Zielländern und
-sprachen gefunden werden und dass Ihr Ranking optimiert wird?

Das Ziel

Die richtigen Nutzer sollen bei einer Google-Suche zur richtigen Version Ihrer Website weitergeleitet werden.

Vorgehensweise

Ihre Hauptziele bei der internationalen SEO bestehen darin, die relevantesten Nutzer in den jeweiligen Ländern auf die richtige Länder- oder Sprachseite Ihrer Website weiterzuleiten und Ihr Ranking mit jeder Suche zu optimieren. So können Sie Ihre Ziele erreichen:

2 Wie Google Webseiten crawlt, indexiert und bereitstellt

Die Suche im Web ähnelt der Suche in einem riesengroßen Buch mit einem enormen Index, in dem alles verzeichnet ist. Wenn also ein potenzieller Kunde eine Google-Suche startet, wird der Suchbegriff durch unsere Programme mit dem Index abgeglichen und die relevantesten Suchergebnisse ermittelt. Die drei wichtigsten daran beteiligten Prozesse:

Crawling

Beim Crawling werden neue und aktualisierte Seiten zum Google-Index hinzugefügt. Mit unserem hochkomplexen Computersystem erfassen ("crawlen") wir Milliarden von Webseiten. Das Programm, mit dem diese Seiten durchsucht werden, heißt Googlebot. Andere Bezeichnungen für solche Programme sind Robot, Bot und Spider. Durch den Googlebot wird anhand eines algorithmischen Prozesses bestimmt, welche Websites wann und wie oft durchsucht und wie viele Seiten von den einzelnen Websites abgerufen werden. Es ist nicht möglich, Google dafür zu bezahlen, dass eine Website häufiger gecrawlt wird. Darüber hinaus sind unsere Geschäftsbereiche "Suchmaschine" und "Google Ads" voneinander getrennt.

Indexierung

Bei der Verarbeitung der gecrawlten Seiten wird durch den Googlebot ein großer Index mit allen Wörtern und ihrer seitengenauen Position erzeugt. Zusätzlich werden Informationen in wichtigen Content-Tags und -Attributen wie Title-Tags und ALT-Attributen verarbeitet. Mit dem Googlebot lassen sich viele verschiedene, aber nicht alle Arten von Inhalten verarbeiten. Beispielsweise kann der Inhalt bei manchen Rich-Media-Dateien oder dynamischen Seiten nicht gecrawlt werden.

Bereitstellen der Ergebnisse

Wenn ein Nutzer eine Suchanfrage startet, durchsuchen unsere Computer den Index nach passenden Seiten und geben die relevantesten Ergebnisse zurück. Die Relevanz wird anhand von über 200 Einzelfaktoren ermittelt. Einer davon ist der PageRank – ein Messwert für die Wichtigkeit einer Seite basierend auf den Links, die von anderen Seiten eingehen. Jeder Link von einer anderen Website auf eine Ihrer Seiten erhöht den PageRank Ihrer Website. Aber nicht alle Links sind gleich: Bei Google setzen wir alles daran, Spam-Links und andere Praktiken zu identifizieren, die sich negativ auf die Suchergebnisse auswirken können. Als leistungsstarke Links gelten solche, die wegen der Qualität des Contents auf Ihre Website verlinken.

Damit Ihre Website auf den Suchergebnisseiten einen möglichst hohen Rang erreicht, muss Google Ihre Website richtig crawlen und indexieren können. In unseren Richtlinien für Webmaster finden Sie Best Practices zur Optimierung des Rangs Ihrer Website.

Mit der [Meinten Sie]-Funktion von Google und der automatischen Vervollständigung sparen Nutzer Zeit, da ähnliche Begriffe, typische Rechtschreibfehler und häufige Suchanfragen angezeigt werden. Die von diesen Funktionen ausgegebenen Keywords werden automatisch von unseren Web-Crawlern und Suchalgorithmen generiert. Vervollständigungen werden nur dann angezeigt, wenn wir glauben, dass die Nutzer damit Zeit sparen. Steht eine Website für einen Suchbegriff weit oben in der Rangfolge, haben wir mithilfe unserer Algorithmen ermittelt, dass der Content für die Suchanfrage besonders relevant ist.

3 Elemente zur Sprachauswahl klar hervorheben

Eine Seite, eine Sprache

Wenn Sie Ihre Website in mehreren Sprachen anbieten, sollten Sie auf jeder Seite nur eine Sprache für Content und Navigation verwenden und nicht mehrere Sprachen auf derselben Seite mischen.

Die Sprache in der URL angeben

Verwenden Sie eigene URLs für die einzelnen Sprachen und geben Sie die Sprache in der URL an. An der URL www.mysite.com/de/ erkennt ein Nutzer zum Beispiel, dass die Seiten auf Deutsch sind.

Sprachausrichtung

Mit hreflang-Meta-Tags zeigen Sie Google, auf welche Sprache(n) Ihre Website ausgerichtet ist. In HTML steht "href" für "Hypertext Reference" und wird verwendet, um HTML-Links zu beschreiben; "lang" ist kurz für "language", die Sprache.

Gegenseitige Verlinkung

Platzieren Sie auf allen Seiten ein Element zur Sprachauswahl. So können Nutzer jederzeit zur bevorzugten Sprachversion wechseln.

Dynamische Inhalte

Google empfiehlt zwar, für Seiten in verschiedenen Sprachen eigene URLs zu verwenden, unterstützt aber auch dynamischen, personalisierten Content. Dabei wird erkannt, woher die IP-Adresse des Nutzers stammt, und relevanter Content wird automatisch in der jeweiligen Sprache angezeigt. Falls Ihre Website also eine dynamische Struktur aufweist, müssen Sie nichts daran ändern. Sie wird genauso bei Suchanfragen gefunden und Anbieter von dynamischen Inhalten werden nicht benachteiligt.

Was Sie vermeiden sollten

Nur den Standardtext übersetzen

Es reicht nicht, einfach nur den Standardtext der Website zu übersetzen und den restlichen Content in nur einer Sprache zu belassen (typisch für Seiten mit nutzergenerierten Inhalten wie Foren). Für den Nutzer ist das nicht optimal, vor allem wenn in den Suchergebnissen für die verschiedenen Sprachen der Standardtexte immer derselbe Content angezeigt wird.

Automatische Übersetzung

Automatische bzw. Maschinenübersetzungen ergeben oft keinen Sinn und vermitteln potenziellen Kunden möglicherweise einen falschen Eindruck – und das nicht nur inhaltlich. Automatisch übersetzte Seiten auf Ihrer Website sollten Sie vom Crawling durch Suchmaschinen ausschließen, indem Sie die Datei robots.txt anpassen.

Keine Cookies

Verwenden Sie keine Cookies oder Skripts, um übersetzte Versionen einer Seite anzuzeigen. Diese dynamischen Inhalte werden vom Googlebot nicht erkannt und der Websitecontent wird deswegen nicht richtig in Google indexiert. Nutzer sehen diese Inhalte möglicherweise auch nicht.

4 Der Nutzer – das (un)bekannte Wesen

Hinter jeder Google-Suche steht ein Nutzer mit einer kauforientierten Absicht: Rezensionen, Produkt- oder Preisvergleiche – die Liste ist schier endlos.

Ihre eigene Marketinganalyse liefert dabei die besten Hinweise auf die eigentlichen Absichten der Nutzer. Im Keyword-Planer von Google Ads sehen Sie, welche Keywords (nicht zu vergessen die wertvollen Long Tail Keywords) Nutzer eingeben, um Ihre Website zu finden. Eine genaue Analyse dieser Daten verschafft Ihnen einen besseren Einblick in das Suchverhalten Ihrer Websitebesucher und ermöglicht Ihnen, eine passende Contentstrategie auszuarbeiten.

Long Tail Keywords sind spezifischere Wortgruppen aus drei bis fünf Begriffen, die Nutzer oft eingeben, wenn der Kaufabschluss näher rückt. Angenommen, ein Nutzer sucht zuerst nach "esszimmerstuhl". Nachdem der Nutzer mehrere Websites besucht, Stile und Preise verglichen hat, grenzt er die Suche schließlich auf "eames stuhl für esszimmer grau" ein.

Im responsiven Webdesign erstellter Content spricht Nutzer unmittelbar an und ist eine sehr wirksame Methode, um mehr Zugriffe, Klicks, Leads, Verkäufe und Conversions zu erzielen.

5 On-Page- und Off-Page-SEO

Wenn Google Ihre Website mit anderen vergleicht, sehen wir uns genau an, wofür Sie bewertet werden (On-Page) und welchen Rang Sie in Suchergebnissen erreichen (Off-Page).

Damit Google Ihr Angebot richtig einordnen und bewerten kann, sollten Sie es uns so einfach wie möglich machen, Ihre Seiten zu indexieren und uns durch die Struktur und den Content Ihrer Website zu bewegen. Sie möchten schließlich einen hohen Rang erreichen, um gegen die Vielzahl nationaler und internationaler Mitbewerber und deren Inhalte bestehen zu können.

On-Page-SEO

Bei internationaler On-Page-SEO geht es darum, Ihre Seite so zu optimieren, dass Google sie einfacher orten und ihre Relevanz beurteilen kann. Organisieren Sie Ihre globalen URLs daher auf klare, strukturierte Weise, zum Beispiel nach Unterverzeichnis, Subdomain oder Domain. So kann lokalisierter Content einfacher einer Region zugeordnet werden.

Lokalisieren Sie Ihre Website für jedes Zielland und sorgen Sie gleichzeitig für eine weltweit einheitliche Markendarstellung. Durch die Lokalisierung verringern Sie das Risiko doppelter Inhalte und sorgen für mehr Interaktionen.

Für eine effektive On-Page-SEO sollte Folgendes lokalisiert werden:

  • URLs
  • Titel-Tags mit lokalisierten ausgewählten Keywords
  • Überschriften (H1)
  • Hauptcontent
  • ALT-Attribute, einschließlich der Namen von Bilddateien
  • Metatitel und -beschreibungen
  • Navigationslabels
  • Adressen
  • Interne Verlinkungen, zum Beispiel auf einen internen Blog (gut für Nutzer und für Google)

Off-Page-SEO

Hier liegt der Schwerpunkt darauf, durch die Verlinkung mit anderen Websites die Relevanz der eigenen Website zu erhöhen. Außerdem fallen darunter alle Optimierungsschritte außerhalb der Website. Je häufiger Ihre Website verlinkt wird, desto höher ihr Rang in der Google-Suche. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, die Verlinkung zu verbessern:

  • Erstellen Sie interessanten, relevanten lokalisierten Content.

  • Social-Media-Marketing: Ermöglichen Sie Nutzern, Ihren Content zu teilen.

  • Echte Bewertungen auf Drittwebsites

  • Beiträge schreiben: Veröffentlichen Sie auf PR-Portalen interessante, hochwertige Artikel, die auf Ihre Website verlinken.

  • Bilder oder Videos auf entsprechenden Websites veröffentlichen: mit Titel, Beschreibung, Tags und Links

  • Dokumente auf Dokumentenportalen veröffentlichen: mit interessanten bzw. relevanten Informationen im PDF- oder PPT-Format

6 Wie wir das Zielland einer Website ermitteln

Top-Level-Domainnamen mit Ländercode (ccTLDs)

Indem Sie für jede Zielregion und -sprache eine eigene Website anbieten (zum Beispiel .de für Deutschland und .cn für China), senden Sie Nutzern und Suchmaschinen ein starkes Signal, dass die Website explizit für ein bestimmtes Land vorgesehen ist. In einigen Ländern ist die Verwendung von ccTLDs beschränkt. Sie sollten sich also vorher informieren.

Tipp

Google behandelt einige Vanity-ccTLDs (zum Beispiel .tv und .me) wie generische Top-Level-Domains (gTLDs), da wir herausgefunden haben, dass Nutzer und Webmaster diese Domains nicht als länderspezifisch ansehen. Hier eine Übersicht der Domains, die von Google als generisch behandelt werden.

Einstellungen für die geografische Ausrichtung

Wenn Sie eine einzelne internationale/mehrsprachige Website erstellen, benötigen Sie eine generische Domain (gTLD). Eine einzige Domain hat den Vorteil, dass nur eine SEO-Kampagne erforderlich ist. Sie hätten also eine generische Domain (gTLD) und dann für jede Sprache einen eigenen Ordner. Beispiel: myamazingsite.com/de/, myamazingsite.com/en/ und myamazingsite.com/es/. Wenn Sie die Relevanz der ursprünglichen deutschsprachigen Website verbessern, profitieren auch die anderen Sprachenordner.

Google bestimmt anhand der geografischen Ausrichtung, welche länderspezifischen Seiten für Nutzer relevant sind. Wenn Ihre Website eine gTLD wie .com, .org oder .net hat, können Sie Google mithilfe des Tools zur Ausrichtung auf ein Zielland in der Search Console mitteilen, dass Ihre Website auf ein bestimmtes Land ausgerichtet ist. Falls Ihre Website auf mehrere Länder ausgerichtet ist, sollten Sie dieses Tool nicht verwenden.

Tipp

Da regionale Top-Level-Domains wie .eu oder .asia nicht länderspezifisch sind, werden sie von Google wie generische Top-Level-Domains behandelt.

Serverstandort

Der Server (erkennbar an der IP-Adresse) liegt oft in unmittelbarer Nähe zu den Nutzern und ist ebenfalls ein Hinweis auf die Zielgruppe Ihrer Website. Einige Websites greifen aber auch auf verteilte Servernetzwerke für die Content-Übermittlung (Content Delivery Network, CDN) zurück oder werden in einem anderen Land mit besserer Webserverinfrastruktur gehostet. Eine definitive Aussage ist daher nicht möglich.

Weitere Signale

Weitere Hinweise auf die Zielgruppe Ihrer Website liefern Adressen und Telefonnummern auf den verschiedenen Seiten, die Verwendung der Landessprache und -währung, Links von anderen lokalen Websites und auch die Verwendung von Google My Business (sofern verfügbar). Google nutzt für die geografische Ausrichtung keine Standort-Meta-Tags wie geo.position oder distribution und keine HTML-Attribute.

7 URL-Strukturen

Es ist schwierig, die geografische Ausrichtung für jede Seite einzeln zu bestimmen. Daher ist die Verwendung einer URL-Struktur sinnvoll, mit der die Website für die geografische Ausrichtung leicht unterteilt werden kann. Die verschiedenen Optionen und ihre Vor- und Nachteile:

URL-Struktur Beispiel Vorteile Nachteile
Länderspezifisch example.de Eindeutige geografische Ausrichtung

Serverstandort irrelevant

Einfache Websitetrennung
Teuer (Verfügbarkeit möglicherweise begrenzt)

Erfordert mehr Infrastruktur

Strenge ccTLD-Anforderungen (manchmal)
Subdomains mit gTLDs de.example.com Einfach einzurichten

Geografische Ausrichtung mit der Search Console möglich

Verschiedene Serverstandorte möglich

Einfache Websitetrennung
Geografische Ausrichtung für Nutzer anhand der URL vielleicht nicht klar erkennbar (ist mit "de" die Sprache oder das Land gemeint?)
Unterverzeichnisse mit gTLDs example.com/de/ Einfach einzurichten

Geografische Ausrichtung mit der Search Console möglich

Geringer Wartungsaufwand (ein Host)
Geografische Ausrichtung für Nutzer anhand der URL vielleicht nicht klar erkennbar

Einzelner Serverstandort

Websitetrennung erschwert
URL-Parameter site.com?loc=de Nicht empfohlen. URL-basierte Segmentierung schwierig

Geografische Ausrichtung für Nutzer anhand der URL vielleicht nicht klar erkennbar

Geografische Ausrichtung in der Search Console nicht möglich

Für welche Struktur Sie sich auch entscheiden, die Hierarchie sollte in jedem Sprachverzeichnis Ihrer Website gleich aufgebaut sein, um die Navigation und das Crawling zu erleichtern.

8 Duplizierte Inhalte und internationale Websites

Duplizierte Inhalte können auftreten, wenn Sie denselben Content in verschiedenen Übersetzungen unter eigenen URLs bereitstellen. In der Regel ist das kein Problem, solange der Content für verschiedene Nutzer in verschiedenen Ländern vorgesehen ist. Die Empfehlung lautet zwar, möglichst einmaligen Content anzubieten und Änderungen an der Aussage bei der Übertragung in andere Sprachen zu vermeiden, doch manchmal ist das einfach nicht umsetzbar.

Informationen dazu, wie Sie zwischen den verschiedenen Sprachversionen einer Seite unterscheiden und Nutzern die richtige Sprache oder regionale URL bereitstellen können, finden Sie in der Anleitung zu rel-alternate-hreflang. Ohne hreflang verliert Ihr Content an Wert und es wird schwieriger, Zugriffe zu erzielen.

Wenn Sie das Crawling in einer robots.txt-Datei deaktivieren oder das Robots-Meta-Tag "noindex" verwenden, besteht keine Notwendigkeit, Duplikate auszublenden. Anders sieht es aus, wenn Sie Nutzern denselben Content unter verschiedenen URLs anbieten (zum Beispiel auf example.de/ und example.com/de/, die beide deutschen Content für Nutzer aus Deutschland enthalten). In diesem Fall sollten Sie eine bevorzugte Version bestimmen und Weiterleitungen oder den Link rel=canonical verwenden.