Nutzer für Ihre App begeistern

Nutzer für Ihre App begeistern

Die Herausforderung

Sie haben eine mobile App erstellt und dafür gesorgt, dass sie von der gewünschten Zielgruppe gefunden und heruntergeladen wird. Der nächste Schritt besteht darin, die Nutzer dazu zu animieren, die App dauerhaft zu verwenden. Ein aktueller Bericht zur Nutzerbindung zeigt, dass Apps sieben Tage nach dem Download nur noch von 10 bis 12 % der ursprünglichen Anwender genutzt werden und nach 30 Tagen sogar nur noch von 4 bis 5 %.1

Das Ziel

Sie möchten Nutzer dazu bewegen, Ihre App immer wieder zu verwenden, mit ihr zu interagieren und den Verkaufstrichter zu durchlaufen.

Vorgehensweise

1. Interesse und Begeisterung beginnen im App-Shop

Wenn Nutzer direkt von Ihrer App begeistert sind, verwenden sie diese auch eher längerfristig.

Angenommen, jemand ist gerade auf die Seite mit Ihrem Produkteintrag gelangt. Weshalb sollte er an Ihrer App interessiert sein? Welche besonderen Zwecke erfüllt sie? Lässt sich damit ein Problem lösen, das sich dem Nutzer regelmäßig stellt?

Wirklich gute Apps zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem Nutzer helfen, eine bestimmte Aktion schnell und einfach auszuführen. Deshalb sollten Sie diese Kernfunktion in den Vordergrund stellen und eher die Vorteile als den Funktionsumfang betonen.

Regen Sie Nutzer (eventuell durch entsprechende Anreize) laufend dazu an, Feedback zu geben, und aktualisieren Sie anhand dessen regelmäßig Ihren Eintrag und Ihre App.

In Ihrem Eintrag sollte angegeben sein,

  • wie die App funktioniert,
  • welche Vorteile sie bietet,
  • wie leicht oder lohnenswert der Einstieg für den Nutzer ist und
  • dass Sie einfach zu erreichen sind und schnell reagieren.

2. Tracking nach der Installation

Bei einer Website hören Sie nicht nach dem ersten Besuch mit dem Tracking auf. Bei Ihrer App sollten Sie es auch nicht tun.

Wenn ein Nutzer Ihre App heruntergeladen hat, können Sie erfassen, wie er damit interagiert. So erfahren Sie, welche Aktionen in der App ausgeführt werden und inwieweit diese für Sie relevant sind.

Tracking einrichten

Für das Tracking von In-App-Ereignissen im Rahmen von Google Ads-Kampagnen stehen Ihnen folgende Tools und Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Analytics für Firebase
  • Server-zu-Server-Integration mit Ihrem Analysesystem für Android und iOS
  • App-Conversion-Tracking von Drittanbietern für Android oder iOS. Wenn Sie die Tracking-Lösung eines Drittanbieters verwenden, ist darauf zu achten, dass alle In-App-Ereignisse erfasst werden und nicht nur die Google Ads zugeordneten Ereignisse. So werden Unterschiede in den Berichtsdaten zwischen Google Ads und der Drittanbieterlösung vermieden.

Tipp

Falls Sie für eine Android-App werben, sollten Sie Google Ads und Google Play verknüpfen, um Conversion-Tracking ohne Code für Installationen und In-App-Käufe zu ermöglichen.

Was sollte erfasst werden?

In-App-Ereignisse: Sie sollten mindestens drei In-App-Ereignisse einrichten, um einen besseren Überblick über den kompletten Nutzertrichter und die Kampagnenleistung zu erhalten. Weisen Sie jeweils ein Zeitfenster für die Attribution zu, das lange genug ist, um Verzögerungen zwischen dem Klick auf die Anzeige und dem Ereignis zu berücksichtigen.

Conversion-Wert: Berücksichtigen Sie Wertunterschiede und erfassen Sie dynamische Werte, um ein genaueres Bild vom Return on Investment zu erhalten. Werte sind nicht immer transaktionsspezifisch. Sie können auch auf Regeln basieren. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, Wertunterschiede nach Land zu erfassen oder danach, wie schnell Nutzer eine bestimmte Aktion ausführen.

3. Push-Benachrichtigungen klug einsetzen

Geschickt eingesetzt können Sie mit Push-Benachrichtigungen Nutzer zurückholen. Dabei sollten Sie immer berücksichtigen, wer Ihre Anwender sind und welche Relevanz die App für sie hat. Erfassen Sie In-App-Aktivitäten, erstellen Sie Segmente und achten Sie darauf, dass die Benachrichtigungen nur auf den jeweiligen Nutzer abgestimmte und relevante Erinnerungen oder Anreize enthalten. Sie können Ihre Push-Benachrichtigungen auf Geräte, Plattformen oder beispielsweise auch auf Anwender ausrichten, die eine bestimmte Aktion ausgeführt haben.

4. Deeplinks einrichten

Um mehr Interaktionen zu erreichen, sollten Sie sich überlegen, wohin Nutzer nach dem Tippen auf die Anzeige geleitet werden sollen. Richten Sie dann Deeplinks zu diesen wichtigen Bereichen Ihrer App ein.

Angenommen, Sie möchten die Kundenbindung für eine Spiele-App verbessern. Sie haben eine Gruppe zahlender Nutzer ermittelt, die das Spiel jedoch nicht mehr verwenden. Bieten Sie diesen Gamern eine Gutschrift an und führen Sie sie über einen Deeplink in der Anzeige direkt auf die Seite, auf der sie ihre Gutschrift einlösen können.

Wenn Deeplinks für eine App aktiviert werden, empfiehlt sich die Verwendung von App-Links für Android und universellen Links für iOS. Dadurch ist die App mit allen Google-Produkten kompatibel, sodass unter anderem die organische Suche, Suchnetzwerk-Anzeigen, Android und Google Now genutzt werden können.

Mithilfe der App-Indexierung kann Ihre App vom Google-System wie eine Website erfasst und indexiert werden. Somit werden in den organischen Google-Suchergebnissen Deeplinks zu Ihrer Android-App angezeigt, über die Nutzer die relevante Seite Ihrer App direkt aufrufen können.

Tipp

Wenn Sie für Ihre App-Interaktionsanzeige eine Ziel-URL für einen Deeplink eingeben, klicken Sie auf App-URL testen. Daraufhin wird ein QR-Code generiert, mit dem Sie den Link auf einem Smartphone testen können. Überprüfen Sie, ob der Link tatsächlich auf den gewünschten Bildschirm verweist.

5. Mit einer ansprechenden Werbebotschaft mehr App-Interaktionen erzielen

Werbung kann nicht nur zur Steigerung der Downloadzahlen eingesetzt werden. Sie spielt auch eine wichtige Rolle dabei, Nutzer wieder zur Interaktion zu bewegen.

Stimmen Sie die Werbebotschaft auf die Nutzer ab und berücksichtigen Sie dabei, wie vertraut sie mit der App sind. Wenn sie Ihre App nicht mehr verwenden, genügt manchmal eine Erinnerung, ein Bonus oder ein attraktives Angebot, um sie wieder zur Nutzung zu bewegen. Versuchen Sie es z. B. mit Treueprämien und Angeboten, die sich nach dem Wert der Interaktionen und der jeweiligen Zielgruppe richten. Die URL in der Anzeige sollte ein Deeplink zur App sein, der direkt zur entsprechenden Seite führt.

Hier sind Beispiele für Werbebotschaften, die sich nach den Aktivitäten von Nutzern nach der Installation einer App aus der Kategorie "Essen" richten:

Angesprochene Zielgruppe Werbebotschaft Zweck
Neue Nutzer Wir haben, was Sie brauchen. Nutzer darauf hinweisen, dass Sie für sie da sind
Interessierte Nutzer 10 % sparen – nur dieses Wochenende Einen Anreiz zur Wiederverwendung und zu einem Kauf geben
Abgesprungene zahlende Nutzer Probieren Sie unsere neuen Restaurants aus. Den Umsatz mit bestehenden Kunden steigern
Nutzer mit hohem Umsatzpotenzial Wenn Sie wieder bestellen, geht das nächste Essen auf uns. Wichtige Kunden stärker binden

6. Messen, testen und anpassen

Anhand der umfassenden Marketinginformationen aus Google-Feedbackdaten können Sie herausfinden, wo und wie Nutzer Ihre App verwenden, und

  • die Leistungskennzahlen für Ihre App und deren Zielgruppe ermitteln,
  • laufend testen, optimieren, Anpassungen oder sogar umfassende Überarbeitungen vornehmen und
  • Ihre App regelmäßig aktualisieren.

Das ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Nutzern Ihr Engagement zu zeigen und sie auf neue Funktionen aufmerksam zu machen, damit sie interessiert und aktiv bleiben.